Das Netzwerk Kulturpolitik Basel begrüsst die auf den 1. Juli vom Bundesrat vorgeschlagenen weiteren Öffnungsschritte im Bereich Kultur. Es braucht aber bereits jetzt klare Ansagen für die Zeit nach den Sommerferien: Was passiert bei steigenden Fallzahlen im Herbst? Die Kultur darf nicht wieder die Hautleidtragende werden.
Der Bundesrat muss die Diskriminierung der Kultur stoppen
Das Netzwerk Kulturpolitik Basel fordert eine differenzierte Besucherobergrenze in Veranstaltungshäusern. In allen Branchen ausser der Kultur steht die erlaubte Anzahl der Gäste oder Kundinnen und Kunden in Relation zur Grösse. Der Bundesrat muss diese Diskriminierung stoppen.
«Kunst und Kultur sind essentiell für die Werte, die unsere Gesellschaft bestimmen»
«Die Kulturbranche hat in den letzten Monaten mit viel Solidarität und Verantwortung auf die Erfordernisse der Corona-Pandemie reagiert. Viele mussten harte wirtschaftliche und künstlerische Einschnitte hinnehmen. Jetzt muss es Lösungsperspektiven für die Ausübung unseres Berufs geben, trotz und mit Corona. Die dafür notwendigen und sorgfältig ausgearbeiteten Instrumente liegen auf dem Tisch.»
Marcel Falk (Kammerorchester Basel)
Weitere Statements von Kulturschaffenden zur aktuellen Situation
Für ein Ende der Schliessung der Theater- und Konzertbühnen
Das Netzwerk Kulturpolitik Basel appelliert an den Bundesrat, die Öffnung der Kulturveranstaltungsorte nicht weiter hinten an zu stellen. Eine kontrollierte Öffnung des bestuhlten Veranstaltungsbereiches mit differenzierten Höchstbesucherzahlen ist möglich und sicher durchführbar.
Medienmitteilung und Testimonials von Kulturschaffenden vom 9. April
Für eine differenzierte Öffnung im April
Am Freitag, 19. März 2021, hat der Bundesrat entschieden keine Lockerungen bekannt zu geben. Das Netzwerk Kulturpolitik Basel nimmt diesen Entscheid zur Kenntnis, erwartet gleichzeitig eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestehenden Studien bis zu einer zu erwartenden Öffnungsphase im April.
Netzwerk Kulturpolitik Basel begrüsst geplante Wiedereröffnung
Das Netzwerk Kulturpolitik Basel begrüsst die Ankündigung des Bundesrats einer möglichen Wiedereröffnung von Kulturveranstaltungsorten. Das Basler Konzept mit differenzierten Publikumsobergrenzen sollte dabei unbedingt berücksichtigt werden. Auch Planungssicherheit über den Sommer hinaus bleibt ein zentrales Anliegen der Kulturveranstalter.
Für eine gestaffelte Wiederaufnahme des Spielbetriebs
Das Netzwerk Kulturpolitik Basel hat ein Konzept für eine gestaffelte Wiederaufnahme des Spielbetriebs für Kulturinstitutionen ausgearbeitet. Viele Kulturschaffende sowie die gesamte Veranstaltungsbranche kritisieren die zu rudimentäre pauschalisierte Definition der maximalen Besucherzahl von Kulturveranstaltungen, ohne Berücksichtigung der räumlichen und infrastrukturellen Gegebenheiten des Veranstaltungsorts. Das vorliegende Konzept wurde insbesondere mit Blick auf die Theater und Orchester (bestuhlte Indoor-Veranstaltungen) verfasst. Wir erachten es als mögliches Modell für die Ausgestaltung angepasster Konzepte für weitere Kultursparten.
Ziel und Forderung
Öffnung von Veranstaltungsorten als Teil der ersten Lockerungsmassnahmen.
Differenzierte Höchstbesucherzahl auf Basis von technischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen wie Raumfläche- Veranstaltungsorte mit grossen Sälen und guter Infrastruktur sollen mehr Publikum zulassen dürfen.
Das vorliegende Konzept, in dem die Überlegungen von kulturschaffenden Institutionen abgebildet sind, soll die Grundlage für weitere epidemiologische und technische Abklärungen durch Fachexpertinnen und -experten bilden.
Hintergrund
Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit dem Präsidialdepartement und in Absprache mit dem Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. Ein Arbeitsplatzhygieniker wirkte beratend mit. Ein konsolidiertes Vorgehen mit Vertreter*innen sehr grosser, kommerzieller Veranstaltungen sowie dem unbestuhlten Veranstaltungsbereich ist angestrebt.
«Manifest der Kulturakteure»
Wir sind uns bewusst, dass bereits Massnahmen für den Kultursektor auf verschiedenen Ebenen ergriffen wurden. Für das Schweizer Kulturkollektiv, den Initiator des Manifest der Kulturakteure, sind sind die Massnahmen aber in vielerlei Hinsichten unzureichend. In strikter Einhaltung der geltenden Schutzmassnahmen fordert das Kollektiv kurzfristig eine rasche Wiederaufnahme von Covid-19-kompatiblen kulturellen Veranstaltungen, die Nichtdiskriminierung des Kultursektors im Vergleich zu anderen Berufssektoren sowie ein Entschädigungssystem, das an die spezifischen Bedürfnisse selbstständiger kultureller Akteure angepasst ist. Darüber hinaus gilt es, längerfristige Lösungen, resp. Unterstützungsmassnahmen für den Kultursektor zu finden. Das Manifest wurde von hunderten Kulturschaffenden aus der ganzen Schweiz unterzeichnet.
«Schweigen für die Kultur» – 7. Dezember 2020
Mit den neuesten Schutzmassnahmen des Bundes wird die Kultur unbefristet beinahe zum Schweigen gebracht. Das bedeutet für viele Künstler/innen und Kulturschaffende eine existenzielle Bedrohung. Wir fordern eine schnelle und transparente Umsetzung der Unterstützungsmassnahmen, ein klares Bekenntnis zur Systemrelevanz der Kultur sowie differenzierteres Beurteilen von Gesundheitsrisiken bei Kulturveranstaltungen. Die Kundgebung wurde von der Kantonspolizei Basel-Stadt genehmigt. Wir laden ein zu einem stillen Protest gegen den Kulturabbau! Am Montag, 7. Dezember 2020, schweigen wir von 18.00 – 18.30 Uhr für die Kultur.
Koalition der Freien Szene: Appell unterzeichnen
Die Freie Kulturszene ist heute ein fester und wichtiger Bestandteil der kulturellen Angebote. Trotzdem ist das professionelle Arbeiten von Künstler*innen ausserhalb fester Strukturen und Institutionen, ohne feste Anstellung, schlecht abgesichert und findet grossteils unter prekären Bedingungen statt.
Die Freien Szenen aller Kultursparten sollen in der öffentlichen Kulturförderung substanziell berücksichtigt und nachhaltig gestärkt werden. Dies soll über Förderbeiträge an Personen, über Beiträge an Projekte, über entsprechende institutionelle Rahmenbedingungen und über eine Stärkung der Strukturen zugunsten der Freien Szene erfolgen.
Hier gibt es weitere Infos und die Möglichkeit, den Appell zu unterzeichnen
